Filmstill: The Elephant Man (David Lynch)

Anders­sein als Jahr­mark­tat­trak­tion: Der Ele­fan­ten­mensch (David Lynch)

In dem Film wird die auf einer wah­ren Bege­ben­heit basie­rende Geschichte des schwer ent­stell­ten Joseph Merrick erzählt. Die­ser wird in den 1880er Jah­ren als Attrak­tion auf Jahr­märk­ten und in Freak­shows als furcht­er­re­gen­der „Ele­fan­ten­mensch“ aus­ge­stellt und von sei­nem Besit­zer wie ein Tier gehal­ten. Von einem mit­füh­len­den Arzt wird Merrick befreit und behan­delt, wobei sich her­aus­stellt, dass er nicht geis­tig behin­dert ist, wie ange­nom­men, son­dern intel­li­gent und gebil­det. Der „Ele­fan­ten­mensch“ steigt dar­auf­hin zu einem Lieb­ling der Ober­schicht auf, wobei er auch dort eine Attrak­tion bleibt, wenn­gleich ihm nun posi­tive Auf­merk­sam­keit zuteil wird. Der Film ana­ly­siert ein­fühl­sam das Leben eines Betrof­fe­nen, wel­cher unter der im 19. Jahr­hun­dert weit ver­brei­te­ten Zur­schau­stel­lung von Men­schen zu lei­den hatte.

David Lynch: Der Ele­fan­ten­mensch / The Ele­phant Man, USA 1980.

Jan Die­bold, 2010