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Busch­trom­meln und Kan­ni­ba­lis­mus: Wenn die Trom­mel ruft (Erik Silvester)

Das Lied „Wenn die Trom­mel ruft“ von Erik Sil­ves­ter lan­dete in den 1970er Jah­ren in der Hit­pa­rade. Es zeigt beson­ders ein­drück­lich, mit wel­chen Kli­schees „exo­ti­sche Men­schen“ in die­ser Zeit in Ver­bin­dung gebracht wur­den: Der Text han­delt von einem Wei­ßen, der im Urwald ein „Mäd­chen, braun und süß“ ken­nen­lernt. Die­ses warnt ihn jedoch davor, zu blei­ben, denn es habe „ihn zum Fres­sen gern“. Unter­legt mit ver­meint­li­cher „Busch­mu­sik“ wird das Lied zum Mus­ter­bei­spiel unre­flek­tier­ter Vor­ur­teile (Frei­zü­gig­keit, Kan­ni­ba­lis­mus etc.) gegen­über soge­nann­ten „pri­mi­ti­ven Völkern“.

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Erik Sil­ves­ter: „Wenn die Trom­mel ruft“ (BRD, 1976)