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Deko­lo­ni­sa­tion (Anja Kruke)

Der von Anja Kruke her­aus­ge­brachte Sam­mel­band stellt aktu­elle For­schungs­er­geb­nisse zur Deko­lo­ni­sa­tion vor. Die ver­schie­de­nen Arbei­ten rücken dabei ver­schie­dene Akteu­rIn­nen in den Vordergrund.

Wäh­rend Daniel Maul bei­spiels­weise die Rolle inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen bei der Deko­lo­ni­sa­tion unter­sucht, fragt Chris­toph Kal­ter in sei­nem Bei­trag nach den Rück­wir­kun­gen der Deko­lo­ni­sa­tion für die Gesell­schaf­ten der ehe­ma­li­gen „Kolo­ni­al­mut­ter­län­der“ Euro­pas. Allen Arbei­ten ist gemein, dass sie die Deko­lo­ni­sa­tion aus den Fän­gen des Kal­ten Krie­ges her­vor­ho­len und alter­na­tiv inter­pre­tie­ren und ver­or­ten. Der Sam­mel­band eig­net sich beson­ders gut, um einen ers­ten Über­blick über die vie­len, aktu­el­len Debat­ten zu erhal­ten, wel­che in der Wis­sen­schaft der­zeit geführt wer­den. Ein ein­zi­ger Vor­wurf den man der Publi­ka­tion machen kann ist, dass ledig­lich euro­päi­sche und nord­ame­ri­ka­ni­sche Auto­rIn­nen abge­lich­tet wur­den. Dabei wäre die Hin­zu­zie­hung afri­ka­ni­scher, asia­ti­scher und süd­ame­ri­ka­ni­scher Wis­sen­schaft­le­rIn­nen gerade bei die­sem The­men­ge­biet berei­chernd gewesen.

Anja Kruke (Hg.): Deko­lo­ni­sa­tion. Pro­zesse und Ver­flech­tun­gen. 1945 – 1990, Bonn, 2009.

Phil­mon Ghir­mai, 2012