Kleeblatt_Weltkarte

Jah­res­thema 2013: geMACHTe Welten

Welt­bil­der sind geMACHT. Wie wir uns die Welt vor­stel­len, was wir über andere Welt­re­gio­nen den­ken, ist von unse­rem gesell­schaft­li­chen Hin­ter­grund geprägt. Der Aspekt der Macht spielt dabei eine wich­tige Rolle. Denn mäch­tige Insti­tu­tio­nen wie Medien, Museen und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen können

Kleeblatt_Weltkarte

Kleeblatt_Weltkarte

Welt­bil­der ver­mit­teln, die dann all­ge­mein akzep­tiert wer­den. Alter­na­tive Welt­bil­der wer­den dage­gen als unge­hörte Geschich­ten an den Rand gedrängt. Da die domi­nan­ten Deu­tun­gen der Welt stän­dig prä­sent sind und wie­der­holt wer­den, haben sie einen quasi-natürlichen Cha­rak­ter. Hei­del­berg ist als Uni­ver­si­täts­stadt und Tou­ris­mus­ziel ein Punkt der Begeg­nung unter­schied­li­cher Welt­ver­ständ­nisse und der Wis­sens­pro­duk­tion. Die „inter­na­tio­nale Strahl­kraft“ und „Welt­of­fen­heit“, die Uni­ver­si­tät und Stadt­mar­ke­ting für sich bean­spru­chen lässt sich aber auch anders lesen: Unter dem Motto „geMACHTe Wel­ten“ wol­len wir uns auf eine (post-)koloniale Spu­ren­su­che bege­ben und die Ver­bin­dun­gen Hei­del­bergs zu Län­dern des glo­ba­len Südens kri­tisch beleuch­ten. Inter­esse für ferne Län­der und Kul­tu­ren, für „das Andere“, hat zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts zu zahl­rei­chen Insti­tuts­grün­dun­gen an der Uni­ver­si­tät geführt. Fächer wie Aus­lands­kunde und Geo­gra­phie waren eng mit der deut­schen Kolo­ni­al­po­li­tik ver­bun­den und legi­ti­mier­ten kolo­niale Ansprüche.

Im Jahr 2013 haben wir unsere Akti­vi­tä­ten unter das Thema „geMACHTe Wel­ten“ gestellt. Durch die­sen (post-)kolonialen Blick möch­ten wir – jen­seits von Schwarz-Weiß-Malerei – das Bild der inter­na­tio­na­len Stadt um einige Schat­tie­run­gen erwei­tern und Dis­kus­sio­nen ansto­ßen. Bei Foto-, Musik-, Thea­ter– und Film­aben­den laden wir Euch dazu ein, mit uns offene Per­spek­ti­ven ein­zu­neh­men und somit an den geMACH­Ten Wel­ten zu rütteln.