Edward Said

Ori­en­ta­lis­mus (Edward Said)

Der Wes­ten schaff sich sei­nen Osten: Ori­en­ta­lis­mus (Edward Said)

In sei­nem zum Stan­dard­werk gewor­de­nen Text aus dem Jahr 1978 stellte der in Paläs­tina gebo­rene und größ­ten­teils in den USA wir­kende Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Edward Said die These auf, dass das Bild des Wes­tens vom so genann­ten Ori­ent eine Form der Macht­aus­übung über die mit die­sem Namen bezeich­ne­ten Regio­nen darstellte. 

 Sowohl auf einer fak­ti­schen Ebene durch den Kolo­nia­lis­mus, als auch durch Wis­sens­pro­duk­tion in der um 1800 ent­ste­hen­den uni­ver­si­tä­ren Dis­zi­plin des Ori­en­ta­lis­mus kon­stru­ier­ten laut Said vor allem Ver­tre­ter Eng­lands, Frank­reichs und der USA eine bestimmte Iden­ti­tät des „Ori­ents“. Metho­disch ver­band Said in die­sem Werk zeit­ge­nös­si­sche Sprach-philosophische Kon­zepte wie die Dis­kursana­lyse oder die Dekon­struk­tion mit Ele­men­ten einer neu auf­kom­men­den Post­ko­lo­nia­len Theo­rie, und prägte damit wesent­lich diese Strömung.

Caro­line Lie­bisch, Novem­ber 2010