Dr. med. Christoph Zerm, Filmstill Vulva 3.0

Vulva 3.0 — Zwi­schen Tabu und Tuning

Film­vor­füh­rung und Diskussion

mit Dr. med. Marion Hul­ver­scheidt (Medi­zin­wis­sen­schaft­le­rin und Mit­wir­kende im Film)
10. Juli 2014, 18 Uhr, brei­den­bach stu­dios (Hebel­str. 18)
in Koope­ra­tion mit dem Lady*Fest Hei­del­berg

Der Doku­men­tar­film „Vulva 3.0 – Zwi­schen Tabu und Tuning“ von Clau­dia Rich­arz und Ulrike Zim­mer­mann (Ber­li­nale 2014, offi­zi­el­les Pro­gramm) beschäf­tigt sich aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln mit dem Dis­kurs um das weib­li­che Geni­tal in unse­rer Gesell­schaft. In sehr viel­schich­ti­gen Inter­views mit Gesprächspartner_innen aus der Kul­tur– und Medi­zin­ge­schichte, der Sexu­al­päd­ago­gik, oder dem Bereich der Kunst und Wer­bung etc. macht der Film deut­lich, dass das „Schön­heits­ideal der Unsicht­bar­keit“ ein­her­geht mit der Tabui­sie­rung und Kon­trol­lie­rung weib­li­cher Sexua­li­tät. Der lang­sam wach­sende Trend von Intim-Schönheitschirurgien hat in letz­ter Zeit einige Auf­merk­sam­keit für das Thema in den Medien gefun­den, wobei aller­dings die kul­tur­ge­schicht­li­che Per­spek­tive außer Acht geblie­ben ist – und genau diese lie­fert „Vulva 3.0“. Der Film bie­tet somit eine sehr reich­hal­tige und breit­ge­fä­cherte Ein­füh­rung in die The­ma­tik, die wir auf der Ver­an­stal­tung mit der Medi­zin­wis­sen­schaft­le­rin und Ärztin Dr. Marion Hul­ver­scheidt dis­ku­tie­ren wol­len. Frau Dr. Hul­ver­scheidt, die im Film als Exper­tin für medi­zin­his­to­ri­sche Fra­gen auf­tritt, hat ihre Dok­tor­ar­beit über „Weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung. Dis­kus­sion und Pra­xis in der Medi­zin wäh­rend des 19. Jahr­hun­derts im deutsch­spra­chi­gen Raum“ (Mabuse-Verlag, 2. Aufl. 2011) geschrieben.

Dr. med. Marion Hulverscheidt, Filmstill Vulva 3.0

Dr. med. Marion Hul­ver­scheidt, Film­still Vulva 3.0

Ein Inter­esse des dies­jäh­ri­gen Hei­del­ber­ger Lady*Festes ist es unter ande­rem, auch grund­sätz­li­che Fra­gen, die sich uns heute als Feminist_innen stel­len, aus­zu­han­deln. In die­sen Kon­text passt auch die Dis­kus­sion über Frauen*-Kör­per, in der unter­schied­li­che femi­nis­ti­sche Per­spek­ti­ven deut­lich wer­den und für die der Film einen guten Aus­gangs­punkt lie­fert. Zu den The­men, die hier anspre­chen wer­den kön­nen, gehö­ren die Kon­struk­tion, Natu­ra­li­sie­rung und (oft gewalt­volle) nor­ma­tive Durch­set­zung des 2-Geschlechter-Modells (und die damit ver­bun­dene Aus­gren­zung von Inter­se­xu­el­len), die poli­ti­sche Dimen­sion des Dis­kur­ses über Frauen*Körper, kör­per­li­che Selbst­er­mäch­ti­gung, und unter­schied­li­che Stoß­rich­tun­gen inner­halb der femi­nis­ti­schen Bewegung.

Dr. med. Christoph Zerm, Filmstill Vulva 3.0

Dr. med. Chris­toph Zerm, Film­still Vulva 3.0

Der Ein­tritt ist frei. Wir freuen uns über Spenden.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Film fin­den sich hier.