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Zahlt für die grie­chi­sche Krise der deut­sche Steuerzahler?

Ein paar ver­wir­rende und hof­fent­lich anre­gende The­sen zur deutsch-griechischen wirt­schaft­li­chen Interdependenz:

1. Die grie­chi­sche Aus­lands­ver­schul­dung – egal ob pri­vat oder staat­lich – ist die logi­sche Folge der deut­schen Poli­tik von Export­über­schüs­sen.
2. Die Kehr­seite grie­chi­scher Schul­den sind des­halb deut­sche Ver­mö­gen und Zins­ein­künfte und diese sind der eigent­li­che Grund für die Panik.
3. Im Falle einer Pleite Grie­chen­lands wür­den einige deut­sche Ban­ken Pleite gehen mit­samt unse­ren Ver­mö­gens­ein­la­gen.
4. Hilfs­kre­dite an Grie­chen­land finan­zie­ren Ver­mö­gende und Ban­ken, die sonst ihr Geld direkt an Grie­chen­land ver­lie­hen hät­ten. Deutsch­land tritt ledig­lich als Ver­mitt­ler auf, der seine gute Boni­tät nutzt: Die grie­chi­sche Staats­ver­schul­dung steigt ohne­hin an. Der deut­sche Staat erhöht auf der Pas­siv­seite seine Ver­bind­lich­kei­ten gegen­über inlän­di­schen Kre­dit­ge­bern, auf der Aktiv­seite seine For­de­run­gen gegen­über Grie­chen­land. Mit „unse­ren Steu­er­gel­dern“ hat das also wenig zu tun.
5. Wer nun glaubt, dass zukünf­tige Gene­ra­tio­nen diese Schul­den abbauen wer­den, schätzt die Demo­kra­tie falsch ein. Schul­den­ab­bau ist bei den Wäh­lern äußert unpopulär.

Johan­nes Schnee­weiß, 2010