Sherazade

Zwi­schen Ori­ent­schön­heit und Kopf­tucha­ra­be­rin: Shé­ra­zade (Leila Sebbar)

Leila Seb­bars 17jährige Prot­ago­nis­tin heißt nicht nur Shé­ra­zade son­dern auch Ihr Äuße­res weckt exo­ti­sche Asso­zia­tio­nen mit der gleich­na­mi­gen Mär­chen­er­zäh­le­rin aus Tau­send­und­eine Nacht. Gleich­zei­tig ist sie aber auch „Ara­be­rin“, eine in der fran­zö­si­schen Gesell­schaft nega­tiv kon­no­tierte gesell­schaft­li­che Gruppe. So oszil­liert ihre öffent­li­che Iden­ti­tät zwi­schen „exo­ti­scher Frau“ und „klein­kri­mi­nelle unge­bil­dete Ausländerin“.

Sherazade
She­ra­zade ist auf der Flucht aus ihrem patri­ar­cha­li­schen Eltern­haus in Mar­seille und auf der Suche nach ihrem Platz in der fran­zö­si­schen Gesell­schaft, auf der Suche nach Ihrer Iden­ti­tät. Die häu­fi­gen Kon­fron­ta­tio­nen mit ras­sis­ti­schen und sexis­ti­schen Kli­schees beginnt sie in der Groß­stadt Paris zu hin­ter­fra­gen, durch die Aus­ein­an­der­set­zung mit his­to­ri­schen Tex­ten und Roma­nen zu ver­ste­hen und als­bald damit zu spie­len. Sie beginnt sich zu amü­sie­ren, indem sie sich bewusst mal ent­spre­chend der ihr zuge­schrie­be­nen Iden­ti­tät, mal bewusst kon­trär zu den gesell­schaft­li­chen Kate­go­rien verhält.

Leila Seb­bar: Shé­ra­zade, 17 ans, brune, frisée, les yeux verts, Paris, 1982.

Caro­line Autha­ler, Novem­ber 2010